Getreide im Futter- Zahnstein ist die Folge

 

SAM_7004-1Getreide und Zahnstein- wie hängt das zusammen?

Viele Futterhersteller verwenden Getreide und stärkehaltige Lebensmittel als Sattmacher und pflanzliche Proteine, da diese ein vielfaches günstiger sind als Fleisch.

Bei der Deklaration bedienen sich viele Hersteller eines einfachen Tricks. Wird jede Getreidesorte und jeder stärkehaltige Bestandteil einzeln aufgelistet, so wird der Anschein erweckt, dass der Hauptbestandteil des Futters Fleisch ist, obwohl davon gar nicht so viel enthalten ist, wie wir denken. Teilweise ist sogar Zucker enthalten.

Stärke im Hunde- und Katzenfutter hat gravierende Folgen.

Teile der Nahrung lagern sich auf den Zähnen ab und liefern einen idealen Nährboden für Bakterien.

Diese Mikroorganismen produzieren im Rahmen ihres Stoffwechsels Säuren, welche die Zahnoberflächen aufrauen, sodass ein noch größerer Nährboden für Bakterien geschaffen wird. In diese Schicht lagern sich nun anorganische Stoffe wie Calcium- oder Phosphatverbindungen aus dem Speichel an und der berüchtigte Zahnstein entsteht. Dieser kann in schweren Fällen unter Vollnarkose von einem Tierarzt entfernt werden. Als Folge von Zahnstein wird das Zahnfleisch zurückgedrängt und Zahnfleischentzündungen werden begünstigt.

Was kann ich als Tierhalter dagegen tun?

Im besten Fall optimiert man die Fütterung soweit, dass man auf natürlichem Wege vorbeugt.

Der Mythos, dass Trockenfutter die Zähne reinigt, ist längst überholt und totaler Unsinn, weil insbesondere Trockenfutter oftmals sehr viel Stärke enthält und Zahnstein sogar begünstigt. Auch bei Dosennahrung muss man genau aufpassen, was tatsächlich drin ist. Von Inhaltsstoffen wie Getreide (z.B. Weizen), Mais, Reis, aber auch Hirse und Amaranth sollte nur ein geringer Prozentsatz enthalten sein.

Zum Zähneputzen bietet es sich an hin und wieder einen Knochen zu verfüttern. Dazu eignen sich frische, rohe Knochen (Rind, Geflügel, Lamm) vom Metzger oder auch Rinderkopfhaut, die zu Kauknochen verarbeitet wurde.

Achtung: Hunde und Katzen, die hauptsächlich mit Trocken- oder Dosenfutter gefüttert werden, sollten langsam an frische Knochen herangeführt werden und nur kleine Mengen bekommen. Nicht jedes Tier verträgt diese ohne Probleme.

Bei der Fütterung kann man Zahnstein durch die Auswahl eines getreidefreien Futters mit hohem Fleischanteil oder der Frischfleischfütterung, BARF,  vorbeugen. Dadurch verändert sich nicht zuletzt auch das Milieu im Maul, sodass Bakterien und Plaque keine Chance mehr haben.